Hier noch ein wirklich sehr weitläufiger Friedhof >>>
… bevor wir uns weiter an der Küste entlangwinden, auf der Halbinsel Ksamil feine Meeresfrüchte speisen und dann mit der Fähre unser letztes albanisches Geld ausgeben.

Hier noch ein wirklich sehr weitläufiger Friedhof >>>
… bevor wir uns weiter an der Küste entlangwinden, auf der Halbinsel Ksamil feine Meeresfrüchte speisen und dann mit der Fähre unser letztes albanisches Geld ausgeben.

Uns zieht es so langsam nach Italien und dafür bewegen wir uns schon mal an die albanische Küste. Die Küstenstraße ab Vlora ist atemberaubend! Die Berge ragen derartig steil aus dem Meer auf, dass man in mehreren hundert Metern Höhe am Abgrund entlang fährt. Irgendwann wird die Straße zum Llogara-Pass und zum Glück verpassen wir den gleichnamigen Abkürzungs-Tunnel und fahren eine irre Strecke über mächtig hohe Berge.

Albanien bereitet uns auch schon auf die Oliven in Apulien vor – wir wussten nicht, dass die hier so verbreitet sind. Beweisfilm:
Wir fahren durch einige hochgelegene, malerische Steilküstendörfer. Eigentlich wollen wir die Fähre von Vlore nach Brindisi nehmen und denken deswegen, dass wir uns die Dörfer auf dem Rückweg noch ansehen können. Aber erstens kommt es anders als man zweitens meistens denkt. Also: immer alles sofort machen, wenn es einem in den Sinn kommt!
Wir fahren bis nach Himare an eine hübsche Bucht mit Kieselstrand, schrägen Felsen, Blick auf Korfu und schönem Campingplatz. Der wird vormittags immer von einer Ziegenherde besucht …
















Ich kann mich kaum satt sehen, bei all der Schönheit . Gerne mehr davon
Schicksal.
Jetzt sehen wir uns den Ohridsee nochmal von der anderen Seite an. In Pogradec kaufen wir ein und fahren nicht weit auf unseren Campingplatz für die nächste Nacht. Albanien hat ein wirklich tolles Straßenleben: Stände, Märkte, Kisten auf denen alles mögliche angeboten wird. Cafés oder Bars wie in Italien, chaotischer Verkehr und allgemein gute Stimmung! Macht Spaß!
Der Bogove Wasserfall wird als lohnendes Ziel angepriesen und das wollen wir überprüfen. Startpunkt für die Wanderung dorthin ist ein Dorf unterhalb, wo es einen Stellplatz bei einem Restaurant geben soll. Wir finden es auch, ein kleiner Menschenauflauf entsteht, alle bemühen sich, uns zu helfen und wir werden an Nic verwiesen. Der spricht nämlich Englisch und sitzt im Restaurant bzw. der Bar (die es hauptsächlich ist). Der Stellplatz hinterm Haus wird arrangiert – kostenlos – und wir wollen dann zumindest noch etwas im Restaurant essen und nehmen Platz.
Nic gesellt sich zu uns und wir haben einen extrem netten und interessanten Abend zusammen. Er ist 32, Elektroingenieur und im Schichtdienst für die Stromversorgung des Dorfs und der Umgebung zuständig. Weil das Stromwerk (?) nebenan ist, kann er auch mal in die Bar zum Quatschen.
Vor allem wundert er sich, wie es funktionieren kann, 4 Monate aufeinanderzuhocken. Und will wissen, wer gewinnt, wenn man sich streitet. Er ist, wie wahrscheinlich und offensichtlich die meisten Albaner, ein Freund von PS – bevorzugt deutsche Marken. Nic fährt Auto, seit er 10 ist. Die Eltern mussten arbeiten und konnten ihn nicht zur Schule bringen. Deswegen sollte er mal selber fahren. Hat funktioniert …
Es gelingt uns nicht, ein einziges Getränk selber zu zahlen. Sowas großzügiges und herzliches! Unglaublich!
Wir verabreden uns noch für den nächsten Tag auf einen Kaffee im nächsten Ort, wo er wohnt.
Aber vorher wird gewandert. Nachdem wir am Wasserfall ein nacktbadendes Pärchen aufgescheucht haben, das aber trotz zunehmender Besucherzahlen weiter nackt auf dem Felsen mit dem besten, oder fast einzigen, Blick auf den Wasserfall hockengeblieben sind (völlig ego), wollten wir noch die von Komoot vorgeschlagene Runde laufen. Da haben wir uns aber sowas von verlaufen! Irgendwann nach wildentschlossenem, optimistischem Pfadfinden durch Gestrüpp, Schluchten und Wald – ohne Empfang für Maps, Komoot etc. – haben wir aufgegeben und sind umgekehrt.
Wir verlassen Ohrid und machen mal wieder eine Wanderung, und zwar im angrenzenden Galicica Nationalpark. Ich gebe vorher auf, aber Matthias steigt bis auf den Gipfel, von wo aus man den Ohridsee UND den höher gelegenen Pespasee sehen kann, der den Ohridsee angeblich durch eine unterirdische Verbindung speist. Die Landschaft hat mal wieder eine besondere und eigene Schönheit und Farbigkeit!






Wir stellen uns am See auf eine Ebene, von der aus man einen schönen Blick auf ein Museumsdorf im Wasser hat und außerdem an eine hübsche einsame Bucht mit glasklarem Wasser kommt.








Am nächsten Tag fluchen wir, als es anfängt zu regnen und wir erst noch unseren Kaffee austrinken. GROSSER Fehler. Innerhalb von 5 bis 10 Minuten ist der schöne rote Boden weich wie Butter. Das Auto schlingert und rutscht und wühlt sich ein – es geht gar nichts. Wir versuchen, mit den (mal wieder) herumliegenden Abfällen – ein alter Teppich, Bretter, Betonstücke – die Karre irgendwie aus dem Dreck zu ziehen. Schließlich erbarmt sich ein Tscheche, der auch dort übernachtet hat, uns mit seinem 4-Rad-PKW zu helfen. Aber auch das funktioniert nicht – zu leicht, das Auto – und wir stellen uns darauf ein, auf Trockenheit zu warten. Immerhin haben wir alles, was wir brauchen! Das ist wirklich ganz schön, dieses Gefühl, dass man einfach bleiben kann, wo man grade ist. Und wenn die Zeit auch keine Rolle spielt: entspannt!
Trotzdem ist es eine große Erleichterung, dass ein Pärchen aus Rosenheim hält und uns mit einem 4×4 Camper aus der Schlammschlacht befreit. Uff! Wir lernen also, dass man sehr auf Untergründe achten muss. Und dass man sehr dankbar über die ungefragte Hilfsbereitschaft von Menschen sein kann!


Flugs noch Sveti Naum am südlichen Ende des Ohridsees besichtigt. Ein ehemaliges Kloster, was sich allerdings inzwischen durch Souvenierstände und Bootsfahrten für Touris auszeichnet – und über allem schwebt die Drohne. Es legen auch komplette Restaurantflöße mit Band und allem drum und dran ab und werden erstaunlicherweise wirklich manuell geflößt. Und immerhin wird hier der Ohridsee von einigen Quellen gespeist, was durchaus sehenswert ist.
Eine weitere Entdeckung: Schopska Salat! Tomate und Gurke mit geriebenem Schafskäse – und zwar nicht der griechische Feta.
Sweeties, es ist schön, euch so auf Reisen zu begleiten, geführt von sinnlichen Bildern und Texten. Aber ihr fehlt hier! Mir! Die letzten Wochen haben Bruno und ich einige laue Abende genutzt (falls es doch der letzte ist) und im May Rosé und Cappuccino geschlürft. Und da hätte ich euch doch zumindest ein Mal gern dabeigehabt! Heute gießt es ausnahmsweise in Strömen, da habt ihr es hoffentlich besser. Ich sende eine innige Umarmung. Iris
Hallo meine Lieben,
Wieder einmal sehr schöne Bilder und Beschreibungen des Umfelds. Man merkt auch, dass sich inzwischen eine Gelassenheit breit gemacht hat, die am Anfang der Reise noch nicht da war. Das soll ja gesund sein, wenn man sich locker an Bedingungen anpassen kann. Uns fällt es im Moment nicht so leicht, diese Gelassenheit aufzubringen. Dona braucht ein Zahnimplanat, was arschteuer wird und die Grundstückssteuer wird ebenfalls fällig. Ins Netz darf man gar nicht gucken, denn täglich gibt’s Trump Entscheidungen, die unser Leben hier schon bald sehr viel unangenehmer werden lassen . Man braucht also eine Menge Gelassenheit .
Die Idee, sich für sechs Monate einfach mal abzusetzen ist schon sehr attraktiv . Bleibt gesund und munter und dankbar für die Lektion, dass der Boden unter unseren Füßen sehr schnell zu einem Sumpf werden kann. 😘

Ich wollte schon ewig nach Ohrid an den Ohridsee. Und so steuern wir Nordmazedonien an. Hier sind sie an der Grenze dann mal leicht zickig weil wir zwar inzwischen die Versicherungskarte digital haben, aber keine Einwilligung von Ole, dass wir das Auto benutzen dürfen! Uhhhhh! Ist natürlich Quatsch und weil wir es in dem Moment sowieso nicht ändern können und das auch sagen, dürfen wir gnädigerweise weiterfahren.
In Ohrid nächtigen wir ein paar Tage in einem „booking.com“ Appartment. Sehr hübsch, nur ohne Küche. Das macht es etwas umständlich mit dem Frühstück, aber wir sind inzwischen mit allem so flexibel, dass es eben geht mit dem was da ist. Beim abendlichen Stadtbummel geraten wir mal wieder an ein Folklorefestival und bekommen ein paar Gesangs- und Tanzeinlagen geboten. Ohrid ist wirklich nett!
Natürlich wimmelt es von Touristen, aber wir sind schließlich selber welche. Und dieses Städtchen hat es raus, trotzdem ziemlich lässig damit zu sein. Wir besichtigen einige Kirchen und die Festung. Die – byzantinischen – Kirchen sind besonders, eher flach und verspielt mit vielen Ebenen (außen) und Räumchen (innen). Und oft komplett ausgemalt, was eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt.
Der See verwöhnt uns mit bizarren Wolkenbildern und Sonnenuntergängen hinter den albanischen Bergen. Es ist der älteste See Europas, über 1,3 Millionen Jahre, liegt auf knapp 700 Metern und ist maximal 288 Meter tief. Es fühlt sich auch wirklich etwas mystisch an …
Und wir kommen mit Einheimischen ins Gespräch. Einer davon ein fitter 80-jähriger der sagte, dass er mit 500,- in Ohrid besser lebt als mit 3000,- in Deutschland. Das ist schön zu hören, denn sonst wird häufig gejammert über die schlechten Umstände und so. Und dass es in Deutschland viel besser ist und dass die Migranten ein Problem sind. Das wiederholt sich leider andauernd und umso froher sind wir über diese Aussage!
Eine weitere Begegnung haben wir mit zwei Jungs, die in einer Strandbar jobben. Nachdem ich mich über den bestenfalls lauen Kaffee beschwert habe, überschlagen sie sich in ihren Bemühungen und bieten mir zum Schluss noch eine liegengebliebene Brille an – das sei doch eine Frauenbrille …!
Wir erarbeiten uns hartnäckig einen schlecht ausgeschilderten privaten Stellplatz, der auch Zimmer und ein Restaurant bietet (ein Familienprojekt im Aufbau sozusagen). Gelegen an einem mehr oder weniger ausgetrockneten Fluss in der Nähe von Kukes. Allerdings ist der Fluss nur im Sommer ausgetrocknet – normal.



Schrecksekunde: Mir krabbelt in der Toilette ein Skorpion am Fuß entlang – zum Glück vertragen wir uns! Das hört sich alles zusammen ziemlich doof an – war aber durchaus ok. Von diesem Ort nehmen wir Mazzi mit nach Peshkopi. Das liegt auf dem Weg und Busverbindungen sind schwierig … Mazzi ist indische Digital Native und mit Rucksack unterwegs – per Bus oder Trampen. Wir fragen, wie das so läuft als Frau alleine. Gab wohl ein paar unangenehme Situationen aber zum Glück ist nichts passiert und in der Regel funktioniert’s gut. Wir erfahren auch aus erster Hand etwas über die Verhältnisse in Indien – eine kurzweilige Fahrt! Sie lädt uns noch auf einen Kaffee ein und wir starten durch nach Nordmazedonien!






Weiter geht’s nach Koman – Stellplatz mit Huhn! –, weil wir am nächsten Tag mit der Fähre die Drin (die weiße) bis nach Fierze fahren wollen.





Spektakulär ist zuallererst, überhaupt auf die Fähre zu gelangen. Zunächst geht es durch einen einspurigen Tunnel – gemeinsam mit Fußgängern – immer in der Hoffnung, dass sich nicht doch schon ankommende Fahrzeuge auf den Gegen-Weg gemacht haben. Das klappt aber zum Glück. Der Ausgang des Tunnels ist dann auch sofort der Park- bzw. Rangierplatz für die Fähren. Wir können nicht glauben, dass Ordnung in das Chaos zu kriegen ist! Dann müssen die Autos auch noch alle rückwärts auf die Fähren! Zentimeterarbeit nach strenger Anweisung. Und zur Not bleibt eben ein Rad mal etwas außerhalb …
Die anschließende Fahrt ist eindrucksvoll. Die Drin zieht sich durch mehr oder wenige breite Schluchten mit allerhand Abzweigungen. Am Ufer sieht man immer wieder mal einsame Häuschen und auch Ferienunterkünfte, die vom Wasser aus zugänglich sind. Straßen sind kaum auszumachen. Dafür wieder jede Menge Plastikflaschen, die für die Ewigkeit im Wasser treiben.




Lässiger Grenzübertritt nach anfänglicher Sorge wegen nicht vorhandener Versicherungskarte. Aber die Albaner wollen die zum Glück gar nicht sehen …
Es geht wieder in die Berge, denn wir wollen zur (oder zum? gendern???) Drin, von der es sogar zwei gibt: die weiße und die schwarze Drin. Der Weg ist eine Baustelle. Also nicht so eine Baustelle wie man sie sich vorstellt. Straßen, die scheinbar wahllos mehr oder weniger tief aufgerissen sind, schmale Stellen, an denen man bei Gegenverkehr kaum ausweichen kann, wenig vertrauenerweckende Brücken. Offenbar werden die Straßen für Wassermassen präpariert, die die Berge erzeugen – Regen und/oder Schnee? Kanalisation in jeder Form: Gräben, Rohre, Abflüsse … Und das wird alles bei irrer Hitze gebaut!
Wir landen bei Anton auf dem Campingplatz Principata am See Vau I Dejes. Das Kajak wird aufgepumpt – auch zur Freude einer deutschen Familie, denen ihr SUP in der Hitze geplatzt war. Ein Bikerpärchen aus Tschechien hat selbstgebrannten Raki dabei, der mit dem – besseren – von Anton im Vergleich probiert werden muss. Von den Männern. Die am nächsten Tag ganz leicht angeschlagen wirken … Anton spricht gut Englisch, er erzählt unter anderem, dass er als 11-jähriger alleine nach Griechenland gegangen ist. Zum Arbeiten. Wir schlackern mit den Ohren, aber er erzählt es ganz selbstverständlich. Da wird man mal wieder dankbar für die eigene Vergangenheit … Wir lernen auch, dass die osmanische Eroberung im 15. Jahrhundert den Menschen den muslimischen Glauben aufgezwungen hat, was viele der gläubigen Christen (wie Anton) heute noch beschäftigt. Das erklärt aber die präsenten Moscheen in jedem Dorf – war uns gar nicht bewusst. Hier bei Anton spüren wir schon die immense Freundlichkeit und Großzügigkeit der Albaner. Das toppt alle unsere bisherigen Erfahrungen.

Da hat es sich das Hof-Kätzchen ganz gemütlich gemacht in unserem Bett! Gut, dass wir sie nicht aus Versehen mitgenommen haben …
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