… lebendiger geht’s nicht! Wir hatten Neapel bis jetzt nur bei einem Tagesausflug im Regen und wollen der Stadt ein paar Tage geben, um zu zeigen, was sie so drauf hat. Dazu quartieren wir uns in einem Airbnb in Monti ein – oberhalb vom Quartiere Spagnolo und am Beginn der Spaccanapoli, einer abgefahrenen Achse durch die Altstadt – Beweisfoto >

Von hier aus kommen wir überall zu Fuß hin und reißen mal wieder ordentlich Kilometer ab. Anders wäre es auch kaum möglich – außer natürlich mit der Vespa! Wir fragen uns öfter, wieviele Unfälle hier wohl am Tag passieren. Aber wahrscheinlich hält sich das sogar in Grenzen weil alle das irre Fahren gewohnt und außerdem sehr aufmerksam und rücksichtsvoll sind. Es ist zudem echt gekonnt, durch so enge Gassen zu heizen und auch so zu parken.

Übrigens parken. Wir haben uns einen Parkplatz etwas außerhalb der Innenstadt gebucht – ein Abenteuer. Zuerst finden wir den Platz nicht. Dann stehen wir vor einem verschlossenen Tor und müssen telefonisch – auf italienisch! – erklären, was los ist. Nach einer halben Stunde kommt der Fahrer, der uns dann auch zur Metro bringen soll und öffnet das Tor. Dann stellt er fest, dass wir gar kein Auto haben, sondern ein Wohnmobil: viel teurer! Zugegeben haben wir bei der Buchung gemogelt. Aber genau unsere Wagenklasse war auch nicht dabei … Wir handeln und zahlen 20,- extra, ok. Danach steigen wir in den verbeulten Shuttle-Transporter ein, der uns zum Bahnhof bringen soll. Wir halten am Flughafen. Ach, hier wolltet ihr gar nicht hin? Egal, ich nehme aber schnell noch zwei Kunden mit. Mit denen landen wir wieder bei unserem Parkplatz. Da sind dann wiederum zwei Leute, die zum Flughafen müssen. Und zwar dringend. Also auf die Tube gedrückt, gehupt, geflucht, winzige Sträßchen mit Gegenverkehr und irgendwann sind wir dann wieder am Flughafen. Aber dann! Werden wir am Bahnhof rausgelassen, sollen uns die Stelle merken, weil wir da in fünf Tagen wieder abgeholt werden … Ein Film.

Neapel ist aber sowieso wie ein Film. Düster, lebhaft, überraschend, prächtig, runtergekommen, zugewandt, freundlich und komplett Maradonnaverrückt!
Maradonna findet man an jeder zweiten Straßenecke: Bilder, Trikots, Schals, Vitrinen … Das Fußballspiel Napoli gegen Genua haben wir uns per Livestream in einer bzw. vor einer Bar angesehen. Erstaunlicherweise war gar nicht sooo eine Stimmung. Aber Spaß hat’s gemacht – dazu den obligatorischen Aperol Spritz.

Gut gegessen und dabei wunderbarst unterhalten in der Taverna 69 mitten im Quartier Spagnolo – muss man erlebt haben!

Und dann haben wir uns Neapel von unten angesehen. Sotterranea. Ein uraltes, kilometerlanges Gängesystem, entstanden durch den Abbau von Tuffstein und auch als Aquädukt genutzt, um Neapel mit Frischwasser zu versorgen. Mit der Reisegruppe „Untergrund“ schieben wir uns durch beängstigend schmale Gänge, staunen über riesige Höhlen und entkommen dem Regen an diesem Tag.

Auch in der Altstadt: die Basilika Santa Chiara. Ein ehemaliges Kloster mit einem wunderschönen Kreuzgang – komplett mit Fresken und bemalten Fliesen ausgestattet. Das Gebäude wurde im 2. Weltkrieg mehr oder weniger total zerstört aber in kürzester Zeit wiederaufgebaut. Von oben – also Panoramablick – sieht man erst, wie gigantisch diese Kirche ist – beeindruckend!

Es gibt einfach irre viel zu sehen in Neapel. Man kann allein in die meisten Toreinfahrten gehen und sich die Innenhöfe der Palazzi zu Gemüte führen.

Oder man luschert zufällig in eine Kirche und ruht sich bei der Probe des Gitarrenorchesters aus …

Am fünften Tag treffen wir tatsächlich unseren Shuttlefahrer am vereinbarten Treffpunkt und verlassen Neapel mit zwei Daumen hoch. Mindestens!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert