Schicksal.
Jetzt sehen wir uns den Ohridsee nochmal von der anderen Seite an. In Pogradec kaufen wir ein und fahren nicht weit auf unseren Campingplatz für die nächste Nacht. Albanien hat ein wirklich tolles Straßenleben: Stände, Märkte, Kisten auf denen alles mögliche angeboten wird. Cafés oder Bars wie in Italien, chaotischer Verkehr und allgemein gute Stimmung! Macht Spaß!
Der Bogove Wasserfall wird als lohnendes Ziel angepriesen und das wollen wir überprüfen. Startpunkt für die Wanderung dorthin ist ein Dorf unterhalb, wo es einen Stellplatz bei einem Restaurant geben soll. Wir finden es auch, ein kleiner Menschenauflauf entsteht, alle bemühen sich, uns zu helfen und wir werden an Nic verwiesen. Der spricht nämlich Englisch und sitzt im Restaurant bzw. der Bar (die es hauptsächlich ist). Der Stellplatz hinterm Haus wird arrangiert – kostenlos – und wir wollen dann zumindest noch etwas im Restaurant essen und nehmen Platz.
Nic gesellt sich zu uns und wir haben einen extrem netten und interessanten Abend zusammen. Er ist 32, Elektroingenieur und im Schichtdienst für die Stromversorgung des Dorfs und der Umgebung zuständig. Weil das Stromwerk (?) nebenan ist, kann er auch mal in die Bar zum Quatschen.
Vor allem wundert er sich, wie es funktionieren kann, 4 Monate aufeinanderzuhocken. Und will wissen, wer gewinnt, wenn man sich streitet. Er ist, wie wahrscheinlich und offensichtlich die meisten Albaner, ein Freund von PS – bevorzugt deutsche Marken. Nic fährt Auto, seit er 10 ist. Die Eltern mussten arbeiten und konnten ihn nicht zur Schule bringen. Deswegen sollte er mal selber fahren. Hat funktioniert …
Es gelingt uns nicht, ein einziges Getränk selber zu zahlen. Sowas großzügiges und herzliches! Unglaublich!
Wir verabreden uns noch für den nächsten Tag auf einen Kaffee im nächsten Ort, wo er wohnt.
Aber vorher wird gewandert. Nachdem wir am Wasserfall ein nacktbadendes Pärchen aufgescheucht haben, das aber trotz zunehmender Besucherzahlen weiter nackt auf dem Felsen mit dem besten, oder fast einzigen, Blick auf den Wasserfall hockengeblieben sind (völlig ego), wollten wir noch die von Komoot vorgeschlagene Runde laufen. Da haben wir uns aber sowas von verlaufen! Irgendwann nach wildentschlossenem, optimistischem Pfadfinden durch Gestrüpp, Schluchten und Wald – ohne Empfang für Maps, Komoot etc. – haben wir aufgegeben und sind umgekehrt.












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