Ich wollte schon ewig nach Ohrid an den Ohridsee. Und so steuern wir Nordmazedonien an. Hier sind sie an der Grenze dann mal leicht zickig weil wir zwar inzwischen die Versicherungskarte digital haben, aber keine Einwilligung von Ole, dass wir das Auto benutzen dürfen! Uhhhhh! Ist natürlich Quatsch und weil wir es in dem Moment sowieso nicht ändern können und das auch sagen, dürfen wir gnädigerweise weiterfahren.

In Ohrid nächtigen wir ein paar Tage in einem „booking.com“ Appartment. Sehr hübsch, nur ohne Küche. Das macht es etwas umständlich mit dem Frühstück, aber wir sind inzwischen mit allem so flexibel, dass es eben geht mit dem was da ist. Beim abendlichen Stadtbummel geraten wir mal wieder an ein Folklorefestival und bekommen ein paar Gesangs- und Tanzeinlagen geboten. Ohrid ist wirklich nett!

Natürlich wimmelt es von Touristen, aber wir sind schließlich selber welche. Und dieses Städtchen hat es raus, trotzdem ziemlich lässig damit zu sein. Wir besichtigen einige Kirchen und die Festung. Die – byzantinischen – Kirchen sind besonders, eher flach und verspielt mit vielen Ebenen (außen) und Räumchen (innen). Und oft komplett ausgemalt, was eine ganz besondere Atmosphäre erzeugt.

Der See verwöhnt uns mit bizarren Wolkenbildern und Sonnenuntergängen hinter den albanischen Bergen. Es ist der älteste See Europas, über 1,3 Millionen Jahre, liegt auf knapp 700 Metern und ist maximal 288 Meter tief. Es fühlt sich auch wirklich etwas mystisch an …

Und wir kommen mit Einheimischen ins Gespräch. Einer davon ein fitter 80-jähriger der sagte, dass er mit 500,- in Ohrid besser lebt als mit 3000,- in Deutschland. Das ist schön zu hören, denn sonst wird häufig gejammert über die schlechten Umstände und so. Und dass es in Deutschland viel besser ist und dass die Migranten ein Problem sind. Das wiederholt sich leider andauernd und umso froher sind wir über diese Aussage!
Eine weitere Begegnung haben wir mit zwei Jungs, die in einer Strandbar jobben. Nachdem ich mich über den bestenfalls lauen Kaffee beschwert habe, überschlagen sie sich in ihren Bemühungen und bieten mir zum Schluss noch eine liegengebliebene Brille an – das sei doch eine Frauenbrille …!

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